Synonym
Mit Synonym (griech. synonymos = gleichnamig) bezeichnet man in der Taxonomie einen von mehreren Namen für ein Taxon, besonders jene, die nach einer Überarbeitung nicht bzw. nicht mehr gültig sind.
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Man unterscheidet hier ein nomenklatorisches und ein taxonomisches Synonym.
nomenklatorisches Synonym
Bei einem nomenklatorischen Synonym beruhen alle Namen auf ein und demselben nomenklatorischen Typus und sind daher unauflösbar miteinander verbunden.
Beispiel:
- Tillandsia gladioliflora H. Wendland, 1863
- Vriesea gladioliflora (H. Wendland) Antoine, 1880
sind jetzt Synonyme von Werauhia gladioliflora (H. Wendland) J.R. Grant, 1995. Alle Namen beruhen auf demselben Typus von H. Wendland, nur der Gattungsname ist im Laufe der Zeit geändert worden, immer gut zu erkennen am gleichbleibenden Art- und Autorennamen.
taxonomisches Synonym
Taxonomische Synonyme dagegen haben verschiedene nomenklatorische Typen, die heute zu demselben Taxon gerechnet werden und daher zu Nichtsynonymen werden können, wenn die Umgrenzung des betreffenden Taxons eingeengt wird.
Beispiel: Zur oben genannten Werauhia gladioliflora (H. Wendland) J.R. Grant, 1995 werden heute auch
- Vriesea princeps Linden hortus ex Batalin, 1877
- Vriesea pachychlamys Mez, 1896
- Vriesea pachyspatha Mez & Wercklé, 1904
- Vriesea macrochlamys Mez & Wercklé, 1904
als Synonyme gerechnet. Sie alle beruhen auf verschiedenen Typus-Pflanzen und es wäre daher durchaus möglich, daß eines dieser Synonyme einmal zu einer anderen Art gestellt werden kann.
Entstehung von Synonymen
für die Entstehung von Synonymen sind hauptsächlich fünf Ursachen verantwortlich:
- 1) Ein Autor hat die bereits existierende Benennung der ihm vorliegenden Pflanze nicht gekannt und ihr daher einen neuen Namen gegeben.
- 2) Ein Autor hat die bisher angenommene Identität der ihm vorliegenden Pflanze mit einer anderen, deren Beschreibung und Namen ihm bekannt war, nicht anerkannt und sie deshalb neu beschrieben und benannt.
- 3) Ein Autor hat einen bereits vorhandenen Namen regelwidrig durch einen neuen ersetzt, etwa weil ihm dieser sprachlich richtiger oder zu den Merkmalen der betreffenden Sippe passender erschien.
- 4) Ein Name wird infolge einer Fehldeutung (wie sie auch bei den größten Botanikern gelegentlich vorkommt) auf eine andere Pflanzensippe übertragen als die, welche der Originalautor gemeint hatte. Dabei entsteht zwar kein neuer Name; aber die Zahl der Namen, die die irrtümlich so benannte Sippe nun hat, wird dadurch um einen weiteren vergrößert.
- 5) Eine Gruppe, die taxonomisch umgearbeitet wird (Rangstufenänderung, Stellungswechsel, Zerlegung, Vereinigung mit anderen Sippen), kann oftmals (in den beiden erstgenannten Fällen stets) ihren ursprünglichen Namen nicht behalten (Neukombinierung, comb. nov.).